Was ist Medienkompetenz?
„Medienkompetenz befähigt Menschen dazu, Informationen, Medieninhalte und KI-generierte Inhalte kritisch einzuordnen sowie Medien und KI-Systeme reflektiert, kreativ und verantwortungsvoll zu nutzen – egal ob analog oder digital“ (Susanne Braun-Speck)
Kernbereiche (nach Baacke):
- Medienkritik: Inhalte hinterfragen, Manipulation erkennen, Quellen beurteilen.
- Medienkunde: Wissen über Mediensysteme, Funktionen, Akteure.
- Mediennutzung: Kompetenter Umgang mit Medienangeboten (z. B. Nachrichten lesen, soziale Netzwerke nutzen).
- Mediengestaltung: Eigene Inhalte produzieren, z. B. Videos, Texte, Podcasts.
Ziel:
Menschen sollen sich aktiv, informiert und souverän in der Medienwelt bewegen – nicht nur konsumieren, sondern auch gestalten und einordnen können.
Medienkompetenz im KI-Zeitalter: eine notwendige Erweiterung
Das Medienkompetenz-Modell nach Dieter Baacke bleibt eine wichtige Grundlage. Doch im KI-Zeitalter reicht es nicht mehr vollständig aus, Medienkompetenz nur über Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung zu beschreiben.
Künstliche Intelligenz erstellt, verändert, sortiert, priorisiert und empfiehlt Inhalte. KI-Systeme schreiben Texte, erzeugen Bilder, fassen Informationen zusammen, beantworten Fragen und beeinflussen, welche Inhalte sichtbar werden. Damit verändert KI nicht nur die Nutzung von Medien, sondern auch deren Entstehung, Verbreitung und Wirkung.
Deshalb braucht Medienkompetenz heute einen fünften Aspekt, denke ich (Susanne Brau-Speck):
- KI-Kompetenz: KI-Systeme grundsätzlich verstehen, ihre Ergebnisse kritisch einordnen und KI-Tools verantwortungsvoll nutzen.
Schüler:innen müssen lernen, KI-Antworten zu prüfen, Quellen zu vergleichen, Fehler zu erkennen und Verzerrungen einzuordnen. Sie sollten KI nicht blind bedienen, sondern verstehen, dass KI-Ergebnisse überprüft werden müssen. Gleichzeitig gehört dazu, KI-Tools sinnvoll für Recherche, Textarbeit, Bildgestaltung, Projektarbeit oder Präsentationen einzusetzen.
KI-Kompetenz wird damit zu einem zentralen Bestandteil moderner Medienkompetenz – und zugleich zu einem wichtigen Baustein digitaler Bildung.
Weitere Modelle betonen die Bedeutung digitaler Ethik, Empathie und der Fähigkeit, Manipulation zu erkennen. Besonders kritisches Denken und Recherchekompetenz sind essenziell, um sich gegen Fake News und Desinformation zu wappnen.
- Kognitive Dimension: Hintergrundwissen zu Fake News, Verschwörungstheorien & Medientrends.
- Moralische Dimension: Bewusstsein für digitale Ethik, Cybermobbing-Prävention.
- Soziale Dimension: Stärkung von Empathie & Dialogfähigkeit durch mediale Interaktion.
- Ästhetische Dimension: Bewusstsein für Bildmanipulation, Medieninszenierung & künstlerische Ausdrucksformen.
- …
Hinweis: Der Begriff der Medienkompetenz wurde von Dieter Baacke in seiner 1973 erschienenen Habilitationsschrift konzeptuell vorbereitet und in den 1990er Jahren in die Wissenschaft, die (medien-)pädagogische Praxis und die Politik getragen. Medienkompetenz im Sinne Baackes steht nicht für ein subjektiv-individualistisch verkürztes Konstrukt, sondern für ein Gestaltungsziel auf überindividueller, gesellschaftlicher Ebene innerhalb des Diskurses zur Informationsgesellschaft.
Quelle: https://dieter-baacke-preis.de/ueber-den-preis/was-ist-medienkompetenz/)








Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!